Industrie 4.0

Die Fabrik in der Wolke, oder: wohin mit 1.350 Milliarden Euro?

Posted on 6. Mai 2015

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Das Internet der Dinge verändert alles. Mit der Entwicklung zur Industrie 4.0 auch die Landschaft der Ideenwettbewerbe.

Eine revolutionär neue Form der industriellen Wertschöpfung: das steckt hinter dem Konzept „Industrie 4.0“. Echtzeit-Automatisierung, autonome Warenwirtschaftssysteme und die Wartung von Maschinenparks werden aus der Datenwolke orchestriert. So steigern innovative Unternehmen die Produktionsleistung und stellen durch automatisierte Datenströme sicher, auf Kundenwünsche effizienter zu reagieren.

In der Fabrik aus der Wolke verändert sich die Produktion radikal – weil alle Systeme miteinander vernetzt sind. Man spricht dann auch von „Cyber-Physical Systems“. Diese funktionieren auf drei Ebenen:

  • Physische Objekte, auch Automatisierungskomponenten genannt (etwa Schweißautomaten, Roboterarme), kommunizieren intelligent im Netzwerk und sind jederzeit adressierbar und identifizierbar.
  • Datenspeicher und dynamische Informationsnetzwerke sorgen für die Abrufbarkeit und Analysierbarkeit der Daten in Echtzeit, sowie deren Speicherung.
  • Dienstsysteme (Management Dashboards, Bildschirme, etc.) können dynamisch integriert werden, und einen übergreifenden Datenaustausch gewährleisten.

Die Unternehmensberatung Roland Berger kommt in ihrer Studie „Industrie 4.0: The new industrial revolution – How Europe will succeed“ zum Schluss, dass Europa in den nächsten 15 Jahren bis 2030 rund 1.350 Milliarden Euro für diesen industriellen Wandel investieren muss, um auf dem Weltmarkt relevant zu bleiben. Das entscheidende Element für die Umsetzung von Industrie 4.0-Ansätzen ist dabei die Verknüpfung mit Schnittstellen – und die Integration des Menschen über nutzerfreundliche Abläufe und Oberflächen.

Gerade für den Industriestandort Deutschland stellen diese Innovationen somit große Herausforderungen dar. Nicht nur für die Sicherung der Daten, sondern auch für seit Jahren bewährte industrielle Kommunikationslösungen und deren physische Infrastruktur (etwa Realtime-Ethernet, EtherCAT oder ähnliche Protokolle). Auch bei uns müssen sich international agierende Anbieter wie Hilscher auf diese Trends einstellen, und sich den Forderungen nach neuen Feldbus– und Profibus-Standards nicht nur stellen, sondern diese selbst vorantreiben, wenn sie ihre Position als globale Marktführer behaupten wollen. Die mittelständische Geschellschaft für Systemautomation hat ihren Hauptsitz in Hattersheim bei Frankfurt, aber die Entwicklungs- und Vertriebsstandorte über die ganze Welt verteilt. Mit seinen Kommunikationslösungen bedient es genau diese Forderungen nach innovativen Steuerungsarchitekturen für Human / Machine-Interfaces und Feldgeräten, und muss auf globale Trends stets flexibel reagieren.

Die Aussichten für Wachstum sind dabei sehr gut, global wie national: in Deutschland zum Beispiel setzen erst 15% der mittelständischen Fertigungsunternehmen Techniken der Industrie 4.0 ein. Vorreiter beim Einsatz sind Automotive-Unternehmen. Hier nutzen bereits 80% intelligente Produktionsanlagen und fast jeder zehnte Automobilhersteller oder Zulieferer nutzt in der Produktion Selbststeuerung und Vernetzung.

Auch mit Blick auf die Landschaft der Ideen- und Studentenwettbewerbe lässt sich der Trend zur Fabrik 4.0 und den zugrunde liegenden Trends bereits erkennen. Gute Beispiele für Wettbewerbe, die das Thema Automatisierung bereits als Pioniere aufgegriffen haben, sind zum Beispiel:

Da sich die Konzepte Industrie 4.0, Smart Factory und Cyber-Physical Systems auch abseits der Branchenexperten zunehmend in den Medien wiederfindet, rechnen wir damit, dass sich die Zahl der Wettbewerbe zum Thema in den nächsten Monaten deutlich steigern wird.

Interessiert an spannenden Ideenwettbewerben rund um das Thema „Industrie 4.0„? Mit unserem Newsletter verpasst ihr keine Studenten- und Startup-Wettbewerbe mehr!

Bildmaterial: Evonik